Aufsatz

Wendezeit in Hamburg

Auf dem Weg zur Deutschen Einheit​

Hamburg und der Fall der Mauer

Grenzübergang bei Lübeck nach Öffnung der Grenze zur DDR; Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Der Fall der Mauer im November 1989 und der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik im Oktober 1990 bedeuteten für die Menschen in Ostdeutschland einen tiefen Einschnitt. Mit der Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten wurden ein neues politisches System, eine neue wirtschaftliche Ordnung und ein anderes gesellschaftliches System eingeführt. Damit berührte die „Wende“ die Lebensverhältnisse jedes und jeder Einzelnen. Die historische Zäsur wirkte sich aber auch auf die alten Bundesländer aus. So kehrte Hamburg nach Jahrzehnten der „Randlage“ – nur rund fünfzig Kilometer von der innerdeutschen Grenze entfernt – nun in die „Zentralität Europas“ zurück. So formulierte es der damalige Erste Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) Ende 1989. Der Hamburger Hafen erhielt wieder ungehinderten Zugang zu seinem Hinterland im Osten, dessen Verlust man nach 1945 in der Hansestadt regelmäßig beklagt hatte.

Vertreter von Politik und Wirtschaft begrüßten in Hamburg fast einhellig die Entwicklungen und traten auch früh für den Zusammenschluss der beiden deutschen Teilstaaten ein. War 1987 schon eine Städtepartnerschaft mit Dresden geschlossen worden, engagierte sich Hamburg nun nach dem Fall der Mauer besonders für die Stadt am Oberlauf der Elbe. Der Neuaufbau der Verwaltung wurde aber auch in anderen Städten unterstützt. Die Gewerkschaften berieten neu gegründete Betriebsräte und Hamburger Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen investierten in Ostdeutschland. Am 3. Oktober 1990 feierten 200.000 Menschen in der Innenstadt auf dem Rathausmarkt, dass die fünf „neuen Länder“ zur Bundesrepublik beitraten.

Privatvideo von der Wiedervereinigungsfeier in Hamburg, 2./3.10.1990; Quelle: YouTube, Kanal: henryhvideofan

Während auf offizieller Ebene eine Vielzahl von komplexen Fragen rund um die staatliche Einheit und den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft verhandelt wurde, standen für viele Hamburger:innen in den Wochen des Herbstes 1989 persönliche Begegnungen mit den Ostdeutschen im Mittelpunkt. Zwanglos konnten sich nun Verwandte und Bekannte beiderseits der Grenze treffen und zu Familienfeiern einladen. Zuvor waren solche Treffen für Westdeutsche nur mit bürokratischem Aufwand und der Angst vor den Grenzkontrollen und für Ostdeutsche bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nicht möglich gewesen. An den ersten Wochenenden im November 1989 strömten Besucher:innen aus der DDR zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aus Hamburg fuhren Sonderzüge mit Westdeutschen auf Entdeckungsreise in den Osten.

Aufbruch in eine neue Welt - Die Übersiedlung aus der DDR

Die Hamburger Zeitungen berichteten mit fröhlichen Schlagzeilen von den Erlebnissen der ostdeutschen Tagesgäste in der Mönckebergstraße, auf dem Dom, der Reeperbahn oder an den Landungsbrücken. Bald aber standen ihnen auch kritische Berichte über diejenigen gegenüber, die dauerhaft in Hamburg bleiben wollten. Durch die Öffnung der Grenzen in Osteuropa stiegen seit dem Sommer 1989 die Ausreisen aus der DDR massiv an. „Wieso kommen die noch?“ fragte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ im Februar 1990. Angesichts eines angespannten Wohnungs- und Arbeitsmarktes in den Großstädten beobachtete die Zeitschrift einen regelrechten „Hass auf die DDR-Übersiedler“ bei manchen Westdeutschen.

Die Bundesrepublik hatte die Staatsbürgerschaft der DDR nie anerkannt. Deshalb konnten Ostdeutsche von Anfang an ohne rechtliche Hürden von westlicher Seite in die Bundesrepublik kommen und einen bundesdeutschen Pass erhalten. In den 1950er Jahren verließen durchschnittlich an die 200.000 Menschen pro Jahr die DDR. Nach dem Mauerbau 1961 schrumpfte diese Zahl drastisch und nahm bis in die 1980er Jahre noch weiter ab. Damals kamen jährlich 12.000–15.000 Übersiedler:innen. Eine Ausnahme stellten die Jahre 1984 und 1988 dar, als jeweils um die 40.000 Menschen in die Bundesrepublik ausreisen konnten. Eine Quotenregelung verteilte sie auf die Bundesländer. Befragt über ihre Motive, verwiesen viele auf die fehlenden persönlichen Freiheiten in der DDR, den Wunsch nach Selbstbestimmung und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Gelegentlich ging es auch darum, dass Familien zusammengeführt wurden.

Im Wendejahr 1989 verzehnfachten sich dann die Zahlen: Nach Daten des Statistischen Bundesamtes kamen 388.000 DDR-Bürger:innen in den Westen, davon allein im November 1989 über 133.000 Menschen. 1990 waren es 396.000 und 1991 noch einmal 250.000. Allerdings fiel der Nettoverlust für Ostdeutschland durch Rückwanderungen und den Zuzug von Westdeutschen deutlich geringer aus.

Hamburg hatte nach Angaben des Senats im Jahr 1988 1.061 Übersiedler:innen aus der DDR aufgenommen. 1989 kamen dann über 9.000 Menschen, davon mehr als die Hälfte nach der Öffnung der Mauer. Obwohl die Sozialbehörde im Januar 1990 einen Aufnahmestopp aussprach, nahm der Zustrom erst im März nach der ersten freien Wahl zur DDR-Volkskammer deutlich ab. Auch im Sommer und Herbst 1990 zogen aber immer noch täglich Menschen neu in die Hansestadt.

Quelle: Mitteilungen des Senats an die Bürgerschaft, Drs. 13/3841, 13/4371, 13/4766, 13/5722; Statistisches Taschenbuch 1989-1993, hg. vom Statistischen Landesamt Hamburg

Der besondere Status des „DDR-Übersiedlers“ endete allerdings am 1. Juli 1990, als die Wirtschafts- und Währungsunion in Kraft trat. Damit fielen staatliche Eingliederungshilfen weg. Die Menschen wurden auch nicht mehr gesondert statistisch erfasst, weshalb ab diesem Zeitpunkt nur noch die Daten der Einwohnermeldeämter Auskunft über Umzüge in westdeutsche Städte geben. Neben denjenigen, die es immer noch dauerhaft in den Westen zog, gab es nun vermehrt Fern- und Wochenendpendler:innen, die in den alten Bundesländern arbeiteten, aber ihren Wohnsitz in Ostdeutschland behielten.

In den 1980er Jahren gelangten die meisten DDR-Übersiedler:innen erst in die Bundesrepublik, nachdem sie über die Ausreise intensiv nachgedacht und ein langwieriges Antragsverfahren bewältigt hatten. Im Herbst 1989 dagegen handelte es sich oft um ungeplante spontane Ausreisen. Dabei fällt der hohe Anteil an jüngeren Paaren und Familien mit Kindern auf, während früher eher ältere Menschen eine Ausreisegenehmigung erhalten hatten, die für die DDR-Volkswirtschaft keinen Produktivitätsverlust darstellten. So wurden allein vom 30. September bis zum 7. Dezember 1989 561 Schüler:innen aus der DDR neu in Hamburger Schulen angemeldet.

Die Hamburger Sozialbehörde brachte die Übersiedler:innen zunächst in Notunterkünften auf Camping-Plätzen, Wohnschiffen, in Turnhallen, Kasernen und einfachen Hotels unter. Die Vermittlung einer eigenen Wohnung konnte Monate dauern. In den Notunterkünften mangelte es an Privatsphäre. Kinder ließen sich nur schwierig betreuen, so dass die Lage vor allem Familien sehr belastete. Bereits Mitte November 1989 gab es erste Berichte über Rückreisen von Übersiedler:innen, insbesondere von solchen, die einen Teil ihrer Familie in der DDR zurückgelassen hatten.

Man spricht Deutsch – und doch nicht dieselbe Sprache Ostdeutsche Familien im Westen

Viele Übersiedler:innen fanden nach den praktischen Problemen der ersten Monate einen Arbeitsplatz und eine Wohnung und bauten sich ein neues Leben in Westdeutschland auf. Gelegentlich stellten sich allerdings ursprüngliche Erwartungen als unrealistisch heraus und manche hochgesteckten Erwartungen wurden enttäuscht. Zeitgenössische Berichte und retrospektive Interviews legen zudem nahe, dass sich nicht wenige Menschen in der neuen Heimat länger fremd und orientierungslos fühlten. Die gemeinsame Sprache und das Erbe an historischer und kultureller Tradition konnten die feinen Unterschiede in Alltag, Schule und Beruf nicht überdecken, die sich nach 1945 zwischen West und Ost entwickelt hatten.

Der Schritt von einem Staat mit einem umfassenden Regelungsanspruch für alle Bereiche des Lebens hin zu einer offeneren Gesellschaft, in der man frei von Bevormundung selbstbestimmt leben konnte, stellte eine Herausforderung dar, weil man dieses Leben eben auch selbst organisieren musste. Daran scheiterten manche Übersiedler:innen. Viele Fähigkeiten und Qualifikationen, die die Menschen sich in der DDR angeeignet hatten, schienen innerhalb der neuen gesellschaftlichen Strukturen zunächst nicht mehr viel wert zu sein. Hinzu kam die Enttäuschung darüber, dass sich nicht wenige Westdeutsche an den Biografien und Lebenserfahrungen der Ostdeutschen desinteressiert zeigten.

Um die gesellschaftlichen Prozesse während der Wiedervereinigung besser zu verstehen, müssten die sozialen und psychologischen Folgen der Übersiedlungswelle auch für diejenigen, die in den Städten und Dörfern im Osten zurückblieben, intensiver erforscht werden. Die Weggegangenen „hinterließen Lücken, Sehnsüchte, Wut, bildeten Folien für Ablehnung und Zustimmung, sie gingen und waren omnipräsent“, hat der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk dazu prägnant formuliert.

West- und ostdeutsche Familienleitbilder

Für die Integration der übergesiedelten Familien in die westdeutsche Gesellschaft in den Wendejahren 1989/90 – und noch lange darüber hinaus – spielten rechtliche und kulturelle Unterschiede sowie unterschiedliche Familienleitbilder eine besondere Rolle. Zwar genoss in beiden Teilstaaten die Familie an sich eine hohe Wertschätzung, aber die damit verbundenen gesellschaftlichen Leitbilder hatten sich in der Bundesrepublik und der DDR seit den 1950er Jahren auseinanderentwickelt. Im Westen blieb das bürgerliche Familienideal bestimmend und wurde durch das Ehe- und Familienrecht sowie entsprechende Strukturen am Arbeitsmarkt gefördert. Demnach ernährten Männer im Vollzeiterwerb die Familie, während Frauen in erster Linie für Haushalt und Kinderbetreuung verantwortlich waren und höchstens nebenerwerbstätig sein konnten.

Dem stand im Osten das Leitbild der sozialistischen Familie gegenüber. Nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen sollten hier Männer und Frauen gleichberechtigt und in Vollzeit arbeiten. Die Kinder wurden frühzeitig in Gemeinschaftseinrichtungen betreut. Weil innerhalb der Familien die tradierten Rollen damit keineswegs generell überwunden wurden, trugen Frauen vielfach auch hier eine höhere Last durch Familienarbeit. Ende der 1980er Jahre waren in der DDR 91 Prozent der Frauen berufstätig, gegenüber nur 59 Prozent in der Bundesrepublik. Die größere rechtliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen in der DDR zeigte sich in einem höheren Anteil nichtehelicher Geburten – Ehe und Familiengründung waren nicht mehr so eng aufeinander bezogen wie im Westen – und in einer höheren Scheidungsrate.

Betreuung von Kindern in der DDR: Kinderkrippe in Kramsdorf/Thüringen, 7.4.1989; Quelle: Bundesarchiv, Inv.-Nr.: Bild 183-1989-0407-015, Fotograf: Heinz Hirndorf, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Familien kam in der DDR zudem stärker als in der Bundesrepublik eine Rolle als Rückzugsraum zu. Sie stellten einen Ort der Privatheit dar, an dem der Staat keinen oder jedenfalls deutlich weniger Zugriff auf die Menschen hatte als in der Öffentlichkeit oder am Arbeitsplatz. Allerdings mussten Familien nach 1989 in manchen Fällen feststellen, dass ihre Mitglieder einander bespitzelt hatten.

Die Wiedervereinigung 1990 entzog auch dem ostdeutschen Familienmodell die Grundlage: Der Osten übernahm das Ehe- und Familienrecht der Bundesrepublik. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen, die die Wende mit sich gebracht hatte, gingen in den ersten zwei Jahren Eheschließungen und Geburten massiv zurück. Zudem häuften sich Fälle, in denen Väter ihre Familien im Stich ließen und sich Unterhaltsverpflichtungen entzogen. Sozialwissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Frauen aus der DDR durch die Wende und den Zusammenbruch des Arbeitsmarktes im Osten mehr verloren als die ostdeutschen Männer. In Ostdeutschland fanden Frauen sehr viel schwerer einen neuen Arbeitsplatz als Männer. Besonders schwer traf es jene Frauen, die bereits Führungspositionen innegehabt hatten. Wenn sie in den Westen gingen, trafen sie dort auf Strukturen, die auf vollerwerbstätige Frauen nicht ausgerichtet waren.

Die vielfältigen Herausforderungen für Familien in der Wendezeit spiegeln sich bis heute in unterschiedlichen individuellen Erinnerungen an die DDR wider. Sozialwissenschaftler:innen sprechen in diesem Zusammenhang von einem „familialen Gedächtnis“, das auf gemeinsamen persönlichen Erfahrungen beruht und im privaten Sprechen über die Vergangenheit immer wieder neu aktiviert und verändert wird. Dabei können selbst innerhalb einer Familie große Unterschiede zwischen Geschlechtern und Generationen und deren Strategien des Umgangs mit der Vergangenheit sichtbar werden.

Unterschiedliche oder sogar gegensätzliche private Erinnerungen entsprechen dabei vielfach den Konflikten, die sich bis heute um die öffentlichen Deutungen der DDR und der Wendezeit in Politik, Medien und Wissenschaft abspielen. Der Historiker Martin Sabrow unterscheidet in diesem Kontext zwischen einem „Diktaturgedächtnis“, das sich vor allem auf politische Unfreiheit und Repression konzentriert – Stichwort „Stasi-Staat“ –, einem „Arrangementgedächtnis“ – Stichwort „richtiges Leben im falschen“ – und einem „Fortschrittsgedächtnis“, das vermeintliche oder tatsächliche Errungenschaften des Sozialismus hervorhebt.

Ausblick: Die Zukunft der Geschichte

Für die Geschichtswissenschaft eröffnen sich mit dem Blick auf Hamburg, den Fall der Mauer und die „Wiedervereinigungsgesellschaft“ der 1990er und 2000er Jahre spannende Perspektiven für zukünftige Forschungen. So sind grundsätzlich die Auswirkungen der Wende 1989/90 auf Großstädte und Regionen der alten Bundesrepublik außerhalb des Zonenrandgebietes und West-Berlins noch wenig untersucht. Zwar ist unstrittig, dass sich auch der Westen politisch und gesellschaftlich verändert hat: Der Historiker Philipp Ther hat dafür den Begriff der „Kotransformation“ geprägt. Aber solche Ansätze zielen zunächst auf politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel auf der nationalen oder sogar europäischen Ebene.

Eine Studie zu Hamburg und Norddeutschland könnte versuchen, solche Interpretationen lokal- und regionalgeschichtlich zu unterfüttern und mit erfahrungsgeschichtlichen Perspektiven anzureichern. Dabei würden sich verschiedene Zeithorizonte untereinander ergänzen: kurzfristige wie die politischen und medialen Reaktionen auf den Zustrom der Besucher:innen im Herbst 1989 und die Entdeckung des Ostens durch die Hamburger:innen, und mittelfristige wie die Problematik der Aufnahme und Integration von DDR-Übersiedler:innen in die städtische Gesellschaft. Langfristig wäre zum einen an die wirtschaftliche und geopolitische Neuorientierung Hamburgs in Deutschland und Europa zu denken, zum anderen an Prozesse sozialen und kulturellen Wandels, die zum Teil bis heute nicht abgeschlossen sind. Das gilt gerade auch für die weitere Entwicklung der unterschiedlichen Familienleitbilder.

Besucher:innen aus der DDR in Hamburg, 12.11.1989; Quelle: Bundesarchiv, Inv.-Nr.: Bild 183-1989-1112-007, Fotograf: Wolfried Pätzold, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

An Quellen stehen dafür neben Statistiken, der Berichterstattung in der zeitgenössischen Presse sowie Interviews und Erfahrungsberichten von Zeitzeug:innen auch erste staatliche Unterlagen zur Verfügung. Üblich ist dort allerdings eine gesetzliche Sperrfrist von dreißig Jahren. Frei zugänglich für derartige Projekte wird daher ein großer Teil der Akten im Hamburger Staatsarchiv z.B. zur Städtepartnerschaft mit Dresden, zur Zusammenarbeit mit der neuen DDR-Regierung 1990 und zu den Anstrengungen der Sozialbehörde bei der Aufnahme der Übersiedler:innen erst in den kommenden Jahren. Dazu sollte die Geschichtswissenschaft auch Unterlagen von karitativen Einrichtungen, von Kirchen, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften in den Blick nehmen.

Dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung bleibt noch viel Raum für zukünftige Forschungen. Wissenschaftliche Studien können dabei auch von Beteiligungsprojekten wie „Wieder vereint!?“ profitieren, in denen individuelle Erfahrungen und Erinnerungen im Mittelpunkt stehen. Sie werden hoffentlich dazu beitragen, etablierte Deutungen weiter auszudifferenzieren und gelegentlich auch ganz in Frage zu stellen.

Dr. Christoph Strupp (Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg)

Literatur

Thomas Großbölting, Wiedervereinigungsgesellschaft. Aufbruch und Entgrenzung in Deutschland seit 1989/90, Bonn 2020.

Ilko-Sascha Kowalczuk, Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde, München 2019.

Katrin Schiefer, Familienleitbilder in Ost- und Westdeutschland. Dimensionierung, Struktur und Determinanten, Baden-Baden 2018.

Laura Wehr, „Die Leute, die so eine DDR-Nostalgie haben, denen wünsch ich, dass es einen Knall gibt und es ist wieder, wie’s war, mit allem Furchtbaren.“ Die DDR im familialen Gedächtnis von Übersiedler-Familien, in: Hanna Haag, Pamela Heß, Nina Leonhard (Hg.), Volkseigenes Erinnern. Die DDR im sozialen Gedächtnis, Wiesbaden 2017, S. 39–60.

Thomas Großbölting, Christoph Lorke (Hg.), Deutschland seit 1990. Wege in die Vereinigungsgesellschaft, Stuttgart 2017.

Bettina Effner, Das Spezifische deutsch-deutscher Migration, in: Deutschland Archiv (8.12.2016) (Link: www.bpb.de/238536).

Philipp Ther, Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa, Berlin 2014.

Martin Sabrow (Hg.), Erinnerungsorte der DDR, München 2009.

Autor

Dr. Christoph Strupp ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH). Dort ist er im Arbeitsschwerpunkt Hamburg seit den 1950er Jahren tätig. Zu seinen Forschungsinteressen zählen Stadt- und Zeitgeschichte sowie deutsche und niederländische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Für das Digitale Hamburg Geschichtsbuch hat er u.a. den Teil über Hamburg und die Wiedervereinigung verfasst.

Link: geschichtsbuch.hamburg.de